Parodontose – was tun? 


Bei Ihrer täglichen Zahnpflege schmecken und spucken Sie Blut?

Dann kann der Grund dafür eine Entzündung Ihrer Mundhöhle sein.

Ob es eine leichte Zahnfleischentzündung oder eine bereits chronische

Entzündung des Zahnhalteapparates (Parodontitis) ist, das wird Ihnen

Ihr Zahnarzt beantworten. Aber was versteht die Zahnmedizin unter dem

Begriff „Parodontitis“?

Hier erfahren Sie Fakten und Hintergründe aus erster Hand: 

Wann entsteht Parodontose? 

Das erklärt Dr. Ismail Özkanli hier in einem Film: 

Video: 

 

Eine Parodontitis bzw. Parodontose wird selten von starken

Schmerzen begleitet. Vielleicht ist das der Grund, warum viele

Betroffene ersten Symptomen dieser Zahnbetterkrankung keine

starke Beachtung schenken. Um aber einer zunehmenden 

Parodontose entgegenzuwirken ist es wichtig, die Parodontose

frühzeitig zu erkennen. Leider zeigen sich erste Symptome

dieser Erkrankung nicht auf den ersten Blick und auch nicht

sofort im Fall einer Entzündung. Aber wenn Sie eines oder

mehrere der folgenden Symptome identifizieren, dann ist der

Besuch beim Zahnarzt notwendig:

Wie fängt Parodontose an? 

Zu den Warnsignalen der Parodontose zählen die Veränderungen des Zahnfleischs:

  • Das Zahnfleisch reagiert schmerzhaft auf Druck
  • Eine Schwellung am Zahnfleisch tritt auf
  • Anstatt blass-rosa ist das Zahnfleisch stark gerötet
  • Beim Zähneputzen oder bei anderen Berührungen des Zahnfleischs kommt es zu Blutungen
  • Das Zahnfleisch weicht sichtbar zurück und Zahnhälse liegen offen
  • Der Zahn reagiert empfindlich auf Wärme und Kälte
  • Zahnfleischtaschen entstehen, in denen sich Bakterien ungehindert ausbreiten
  • Erkennbare Zahnwanderung und eine Änderung der Zahnstellung

Schlechter Atem: Außerdem verursachen die Bakterien einen unangenehmen Atem. Weil die Zahnfleischtaschen mit der Zahnbürste kaum zu erreichen sind, sind die dort angesammelten Bakterien vor der Zahnreinigung geschützt. Trotz täglichen Zähneputzens entsteht so oftmals Mundgeruch -- >> weitere wichtige Informationen zum Thema finden Sie weiter unten in unserem Text. 

Warum kommt Parodontose? 

Parodontose nennen Ärzte „Parodontitis“. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird diese Zahnbett-Entzündung aber Parodontose genannt. Beide Wörter stehen für ein und dieselbe Erkrankung: die bakterielle Entzündung des Zahnfleisches bzw. des gesamten Zahnhalteapparates. Bei einer Parodontitis hat sich das Gewebe, das den Zahn umgibt, bakteriell entzündet. Betroffen kann davon nicht nur das Zahnfleisch, sondern auch das vollständige Zahnbett sein. Es kommt zu einem Rückgang des Zahnfleisches. Folge: die Lösung des Zahnfleisches vom Zahn oder von mehreren Zähnen. Diese sind dann auch besonders schmerzempfindlich, weil die Zahnhälse zunehmend frei liegen. Die Zähne lockern sich und verlieren ihren Halt. Zahnverlust ist das Resultat.

Parodontose ab welchem Alter? 

Viele Menschen leiden an einer Parodontitis-Erkrankung. Zwar gehen die Zahlen etwas auseinander, jedoch gelten etwa 44 Prozent der Bevölkerung der über 40-Jährigen in Deutschland als von diesem Krankheitsbild betroffen* (Quelle Studie). Doch auch unter 40-Jährige können Opfer dieser Krankheit sein. Parodontitis ist der häufigste Grund für Zahnausfall. Mit der zunehmenden Alterung der Bevölkerung steigt auch der Handlungs- und Beratungsbedarf für Menschen mit Parodontose. Das stellt auch die „Deutsche-Mundgesundheitsstudie“ fest.

·         "Insgesamt steigt der Behandlungsbedarf bei der Parodontitis aufgrund der demografischen Entwicklung prognostisch an."

(Quelle: https://www.bzaek.de/ueber-uns/daten-und-zahlen/deutsche-mundgesundheitsstudie-dms.html)

 

·        Untersuchungen legen nahe, „dass die Parodontits in der Bevölkerung sogar eher weiter verbreitet ist, als bislang angenommen.“ (dms)



 

Parodontosebehandlung

Was sind Ursachen für die Krankheit? 



Hauptursache für die Parodontose ist oft eine mangelnde Mundhygiene. Wer seine Zähne nicht richtig putzt und die Zwischenräume der Zähne nicht reinigt, ist für Parodontose besonders anfällig. Denn so können sich bakterielle Erreger in Form von Belägen (Plaque) auf Zahnoberflächen sammeln, Zahnstein bilden und eine Entzündung des Zahnfleisches verursachen.

Neben einer ungenügenden Mundhygiene begünstigen vor allem individuelle Faktoren eine Parodontitis bzw. Parodontose:

  •   Der Konsum von Zigaretten u. Ä. – Rauchen erhöht das Parodontose Risiko stark

  •  Falsche Ernährung (z. B. zu viele zuckerhaltige Nahrungsmittel)

  •   Übergewicht

  •  bestimmte Medikamente, z. B. gegen Bluthochdruck

  •  Stress: Das Immunsystem wird geschwächt. Die Abwehr von Keimen ist so nicht mehr mit voller Kraft möglich

  •  Hormonelle Veränderungen (bedingt durch z. B. Wechseljahre oder Schwangerschaft)

  •  Erkrankungen: z. B. Diabetes




 



Wie ist der Krankheitsverlauf?





Der Verlauf einer Parodontitis wird vor allem von individuellen Faktoren beeinflusst. Lebensstil, Genetik und chronische Erkrankungen wie Diabetes können die sogenannte Parodontose in befördern. So kann bei Rauchern und/oder beruflich stark eingespannten Menschen die Parodontose sehr aggressiv verlaufen. Auch bei Diabetes - Patienten kann der Krankheitsverlauf schneller voranschreiten als bei Patienten ohne Allgemeinerkrankungen.

Der Grund liegt in der unterschiedlichen Ausprägung der bakteriellen Erreger. Dabei können besonders aggressive Bakterienarten den Krankheitsverlauf einer Parodontose beschleunigen. Ihre Menge und ihre spezifische Ausprägung bestimmen letztendlich den Verlauf der Entzündung. Bei aggressiven Bakterien und schwachen Abwehrkräften tritt die Parodontose früher und stärker auf. In anderen Fällen ist der Verlauf chronisch und die Parodontitis zieht sich über eine längere Zeit hin.

 

Chronik: Karriere einer Parodontitis / Zahnfleischentzündung

·         Mangelnde Mundhygiene

·         Ablagerungen entstehen an den zwischen Zahnfleisch und Zahn (Plaque und Zahnstein)

·         Gingivitis: Bakterien-Belag auf dem Zahnfleisch

·         Leichte Parodontitis – Entzündung des Zahnfleisches

·         Parodontitis – Entzündung des Zahnfleisches und des Kieferknochens

·       Chronische schwerwiegende Entzündung des Zahnhalteapparates: Der Knochen bildet sich zurück. Das Zahnstützgewebe wird schwächer und kann die Zähne nicht mehr halten.

·      Bakterien gelangen über das Blut in den gesamten Körper: Folgeerkrankungen sind möglich (Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen, erektile Dysfunktion)


 


 



Was sind die Folgen einer Parodontitis?

> Die Erosion des Zahnhalteapparates < 

Wer seine Parodontitis nicht behandeln lässt, muss mit unangenehmen Folgen rechnen. Ohne Behandlung führt die Parodontose zum Zahnverlust. Nach dem das Zahnfleisch entzündet ist, können die Erreger auch auf den Zahnhalteapparat übergreifen.  



  • Wenn die Entzündung sehr weit fortgeschritten ist, hilft nur noch die Extraktion, damit die Bakterien nicht in den Blutkreislauf gelangen.


Parodontose Bilder

Wie erkennt der Zahnarzt die Entzündung des Zahnbettes?

Oftmals werden die entzündeten Bereiche nicht beachtet, da sie zunächst keine Schmerzen verursachen. Doch je früher eine Parodontose oder Parodontitis erkannt wird, umso größer sind auch die Heilungschancen. Darum müssen Sie sich um eine professionelle Bestandsaufnahme regelmäßig kümmern.

Wenn Sie unsicher sind, ob eine Parodontitis vorliegt, dann sollten Sie Ihren Zahnarzt nach einer „Parodontalen Grunduntersuchung“ fragen (PGU). Diese sollte zu jeder Routineuntersuchung gehören, um eine mögliche Erkrankung festzustellen. Die Kosten für eine PGU werden von einigen Krankenkassen übernommen. Bitte informieren Sie sich rechtzeitig.

Eine Diagnose der Parodontose erfolgt durch folgende Schritte:

       Kontrolle der Mundhöhle und der Zähne

       Messung der Taschen des Zahnfleisches

       Bestimmung der Zahnbeweglichkeit

       Röntgenaufnahmen

 

 

Welche Anzeichen werden bei einem Befund berücksichtigt?

       Ausdehnung der Zahnbeläge (Plaque, Biofilm)

       Ausmaß vom Zahnstein

       Beweglichkeit der Zähne

       Untersuchung der Zahnwurzel (mögliche Entzündung)

       Ausmaß Größe bzw. der Tiefe der Zahnfleischtaschen

 

Anschließend kann der Zahnarzt den Schweregrad der Parodontose bestimmen und eine passende Behandlung empfehlen.

 

Parodontosebehandlung - Was wird gemacht? 

Bei einer Parodontosebehandlung werden zuerst alle bakteriellen Ablagerungen sowie Zahnstein entfernt: an den Zahnoberflächen, an der Wurzel und in den Zahnfleischtaschen. Die Reinigung von Zahnfleischtaschen erfolgt mit Ultraschall oder Handinstrumenten. Zudem werden Zähne und Zahnwurzelflächen gesäubert und geglättet. An glatten Flächen können Erreger nicht anhaften. Wenn die Zahnfleischtaschen vollständig gesäubert sind, ist die Parodontitis oftmals gestoppt. Allerdings ist die Parodontosebehandlung kein garantiertes Erfolgsrezept. Oft jedoch kann diese Form der Parodontosebehandlung als probates Mittel tatsächlich Parodontits im Zaum halten. 

  • Bei aggressiven Formen einer Parodontitis ist eine weitergehende Behandlung notwendig. Mit der antibiotischen Therapie werden aus dem Gewebe Bakterien entfernt. Zudem kann die Behandlung der empfindlichen Zahnhälse notwendig sein, falls der Befund das nahelegt. 

Parodontose Bilder

 

Mundgeruch – Ein wichtiger Hinweis auf den Zustand Ihrer Zahngesundheit

  • Mundgeruch kann beseitigt werden, indem die Quelle des Phänomens bekämpft wird. Dieser Kampf beginnt mit der richtigen Pflege des Mundraums.

Dazu gehört das Zähneputzen. 2 Mal täglich ist eine Selbstverständlichkeit. Dazu gehört auch das Anwenden von Zahnseide. Normalerweise diese Prozedur morgens und abends. Doch immer öfter putzen Arbeiter und Angestellte auch während Ihrer Arbeitszeit oder in den Arbeitspausen ihre Zähne. Der Zahngesundheit tut das gut.

Trotzdem kann schlechter Atem ein Problem sein. Die Ursachen dafür sind unterschiedlich.

Mundgeruch – Das sind die häufigsten Ursachen

  • Trockener Mundraum. Mögliche Gründe: zu geringe Flüssigkeitsaufnahme, Schnarchen
  • Pilzbefall im Mundinnenraum
  • Entzündungen der Mundschleimhaut
  • Nicht ausreichende Zahnpflege mit der Folge eines bakteriellen Zahnbelages
  • Zahnfleischentzündung: diese kann ein Ergebnis des Zahnbelages sein
  •  Parodontose bzw. Parodontitis: tiefgehende und schwerwiegende Entzündung des Zahnhalteapparates

 

Erkrankung verhindern durch private "Parodontosebehandlung"

  • Durch beste individuelle Pflege von Zahn und Zahnfleisch kann einer Zahnfleischentzündung vorgebeugt werden.

-        Aus einer unbehandelten Zahnfleischentzündung kann schnell eine Entzündung des Zahnhalteapparates werden. Zahnverlust ist dann oft die bittere Folge.

Soweit darf es nicht kommen. Darum sollte anhaltender oder oft wiederkehrender Mundgeruch bzw. schlechter Atem dringend ernst genommen werden. Ein Besuch beim Zahnarzt kann hier eine Hilfe sein. Wenn erste Anzeichen einer Zahnfleischentzündung auf die leichte Schulter genommen werden, kann das zu einer ernsthaften Erkrankung des Zahnhalteapparates zur Folge haben. Mit einer diagnostizierten Parodontitis wird der Verlust eines Zahnes oder sogar mehrerer Zähne sehr wahrscheinlich. Eine Heilung ist dann kam noch möglich.

So unschön schlechter Atem auch im sozialen Miteinander vielleicht sein kann: Er kann ein wichtiger Hinweis dafür sein, dass einen noch unentdeckte Zahnfleischerkrankung vorliegt.